Gedenk- und Befreiungsfeier 2022 14. Mai 2022

Im Jahr 1932 kamen in Greifenburg die beiden Mädchen Hilda Maria Link und Josefine Blach zur Welt. Ihre Familien waren Sinti, die wahrscheinlich zeitweise in Seebach bei Villach lebten. Hildas Vater war Musiker und stammte aus Oberlienz, Josefines Großeltern waren fahrender Händler. Beide Mädchen wurden in Greifenburg getauft.

Die Nationalsozialisten hatten Rassen im Kopf. Ihnen galten Sinti und Roma als "Angehörige artfremden Blutes" und als Gefahr für ihr "Ariertum". Die Polizei verfolgte sie vor und nach 1938 vorweg als Kriminelle; sie deportierte 1939/40 ganze Familien in Arbeitslager und Ghettos. Die meisten in Österreich lebenden Sinti und Roma wurden in Kulmhof, Auschwitz und anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet, so auch Hilda Maria Link und Josefine Blach, im Alter von 10 und 11 Jahren. Vor 90 Jahren wurden sie in Greifenburg geboren - wer auf die Welt kommt, soll leben können, frei und sicher sein, ohne Krieg, ohne diskriminiert oder verfolgt zu werden. Das bleibt das Gebot des Erinnerns.

Samstag, 14. Mai 2022, 17 Uhr

Denkmal, Nähe Bahnhof Greifenburg

Rede: Ludwig Laher (Schriftsteller)

Ludwig Laher erforschte das Zwangsarbeitslager in seinem Heimatort St. Pantaleon in Oberösterreich, in das Hilda Maria Link mit ihrer Familie und weiteren 300 Roma und Sinti deportiert worden ist. Er schrieb darüber den in vielen Sprachen übersetzten Roman "Herzfleischentartung".

Musik: Harri Stojka (Gitarre), Robert Grand (Rhytm. Gitarre)

Harri Stojkas Vater Mongo Stojka überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Harri Stojka ist ein herausragender Musiker. Unvergleichlich brilliert er im Jazz, Rock und in der Weltmusik. Er engagiert sich für die Erinnerung an die Opfer der Verfolgung und gegen jede Form der Diskriminierung.